Gastbeitrag Brustkrebs: Medizinische Vorsorge und Aufklärung -  Je mehr ich weiß, um so besser kann ich reagieren

Gastbeitrag Brustkrebs: Medizinische Vorsorge und Aufklärung - Je mehr ich weiß, um so besser kann ich reagieren

Im ersten Teil meiner Reihe zum Thema Brustkrebs für infavher habt ihr bereits einige Zahlen und Fakten zur Erkrankung erfahren. Immer mehr junge Frauen sind von bösartigen Tumoren betroffen und müssen sich teils langen und harten Therapien unterziehen. Der Kampf gegen den Krebs beginnt aber bereits schon viel früher – nämlich in der Vorsorge. 

Nur bei genetischen Vorbelastungen steht Frauen unter 30 Jahren eine regelmäßige Vorsorgeuntersuchung beim Gynäkologen zu*. Bei der Vorsorge wird dann die Brust abgetastet und so nach auffälligen Knötchen gesucht. Wichtig ist dabei, dass deine Ärzt:in auch die Bereiche um die Brust - vor allem unter den Achseln und unter der Brust untersucht. 

Ein Video zum richtigen Abtasten deiner Brust findest du hier: https://www.youtube.com/watch?v=b6XSXhvLtBc

Die Definition des Areals, in dem Brustkrebs auftauchen kann, umfasst also weitaus mehr als nur die Brust selbst. Daher gilt es selbst tätig zu werden und sich regelmäßig monatlich abzutasten. 

Am Besten hebst du dafür einen Arm hoch und fühlst mit der anderen Hand. Du benutzt zum Tasten alle Finger bis auf den Daumen und machst ähnliche Bewegungen wie beim Klavier spielen. Du beginnst oberhalb der Achsel, arbeitest dich langsam in wellenförmigen Bewegungen in Richtung Brust vor und wanderst unterhalb dieser entlang bis zur Mitte deines Brustkorbs. 

Einfacher ist es, wenn du direkt im Anschluss daran wechselst und deine andere Seite untersuchst; wieder bei der Achsel anfangen und bei gestrecktem Arm an der Außenseite der Brust entlang wandern. So hast du diese Partien beider Seiten im direkten Vergleich und dir fallen Unterschiede leichter auf. 

Nun kommt die Brust an sich dran. Bleibe auf der Seite, auf der du gerade warst. Beginne mit dem Abtasten ein paar Fingerbreit unterhalb deines Schlüsselbeins auf der Seite der Achsel. Wandere nun mit deinen Fingern an der Brust nach unten entlang des Ansatzes und auf der anderen Seite wieder nach oben bis zu der Höhe, auf der du begonnen hast. Jetzt setzt du ein Stück weiter innen an als beim ersten Mal und ziehst nun so deine Kreise bzw. ovalen Linien, bis du bei der Brustwarze angelangt bist und jede Stelle mindestens einmal gefühlt hast. Das Ganze kannst du nun im Liegen wiederholen, um nochmal besser an die unteren Partien der Brust zu gelangen. 

Idealerweise untersuchen Frauen vor den Wechseljahren ihre Brust etwa eine Woche nach der Periode. Zu diesem Zeitpunkt ist das Gewebe besonders weich und man kann einfacher fühlen. Beim Tasten ist es wichtig, gründlich und ruhig wie auch genau vorzugehen. Du solltest weder zu zaghaft sein, noch deine Finger in deine Haut bohren. 

Häufig gibt es den Tipp, dass man das Abtasten während des Duschens machen kann. Ich finde das persönlich nicht so hilfreich, da man dann durch andere Empfindungen, wie dem Wasser auf der Haut, abgelenkt wird und sich nicht ausreichend auf das Fühlen konzentriert. Und außerdem darf man sich auch aus vielerlei Gründen mit sich selbst und dem eigenen Körper beschäftigen – dem Ganzen darf ein Extra an Zeit gegeben werden, finde ich. 

Solltest du etwas entdecken, was dir unbekannt erscheint, dann fühle zunächst einmal mit deinen Fingern, was sich drum herum befindet. Ist das Gewebe hart oder eher weich? Es ist nicht notwendig, dass du dir selbst eine Diagnose stellst. Du sollst dir nur das Recht nehmen, zu spüren, ob das der Körper ist, den du kennst oder, ob dort vielleicht etwas entsteht, was du nicht möchtest. So kannst du dich rechtzeitig an deine Ärzt:in wenden. 

Regelmäßiges Abtasten führt auch zusätzlich zu einem guten Körpergefühl. Es geht nicht darum, sich verrückt zu machen, sondern das Abtasten in den normalen Ablauf zu integrieren. Man sucht nicht, um etwas zu finden, sondern um sich und seinen Körper zu kennen. 

Daher ist es auch wichtig, nicht nur nach dem Knoten als einzelnes Symptom zu schauen, sondern seinen physischen und psychischen Gesamtzustand zu beobachten. Du kannst meditieren oder dich einfach nur ins Bett legen und deine Augen schließen. Du kannst dich selbst fragen wie du dich fühlst und wie es deinem Körper die letzten Wochen ergangen ist. Fällt dir etwas Ungewöhnliches auf, solltest du das hinterfragen. Hast du beispielsweise plötzlich Allergien, könnte das auch mit dem Wachstum eines Knotens zu tun haben. 

Es ist wichtig, Symptome nicht zu übergehen, sondern die Verantwortung für das eigene Wohlbefinden und die Gesundheit zu übernehmen. Wenn du frühzeitig erkennst, dass dein Körper gerade eine negative Veränderung durchmacht, kannst du dir auch optimal helfen lassen und unter Umständen eine aggressive Therapie vermeiden. Neben der ärztlichen Vorsorge ist die eigene also enorm wichtig. 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Im nächsten Teil berichte ich euch, was ihr machen könnt, wenn ihr den Verdacht habt, dass etwas nicht stimmt und was für die Untersuchungen beim Arzt wichtig ist zu wissen. 

In diesem Sinne, kümmert euch um euer Wohlbefinden und bleibt entspannt. 

Eure Laura

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Über unsere Gastautorin:

Laura Lenoir ist 37 Jahre alt und lebt mit ihren beiden Kindern und ihrem Mann in Mainz. Ursprünglich hat sie Italienisch, Französisch und Geschichte auf Lehramt studiert, orientiert sie sich nach einer Krebserkrankung beruflich aber neu und baut auf selbstständiges Arbeiten. Die Themen, mit denen sie sich kreativ auseinandersetzt, umfassen vom Verständnis von Weiblichkeit in unserer Gesellschaft über Kindererziehung bis hin zu mentaler und physischer Gesundheit ein weites Spektrum. Aus eigener Erfahrung hat sie gelernt, welche Bedeutung Selbstfürsorge für das eigene Leben und das der Lieben um einen herum hat. In Zukunft plant sie selbst Unternehmerin zu werden, um eigene Entscheidungen zu treffen.

*https://www.krebsgesellschaft.de/onko-internetportal/basis-informationen-krebs/krebsarten/brustkrebs/frueherkennung.html

 


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